Besteuerung von Kryptowährungen wie Bitcoins in Deutschland

So werden die Erträge der Tokens und Kryptowährungen besteuert – alles Wichtige im Überblick

Kryptowährungen und moderne Tokens liegen voll im Trend. Aus diesem Grund bietet es sich durchaus an, einen Blick auf die finanziellen Verpflichtungen zu werfen. Auch wenn Bitcoin, Ethereum, Ripple und Co. nicht als gesetzliches Zahlungsmittel gelten, müssen diese besteuert werden. Aber wie genau sieht die Besteuerung der Verkaufserträge von Kryptowährungen und Token in Deutschland aus?

Wo sind Kryptowährungen präsent?

Obwohl es sich beim Bitcoin und bei anderen Kryptowährungen nicht um ein gesetzliches Zahlungsmittel handelt, werden sie von zunehmend mehr Händlern akzeptiert. Eine Verpflichtung besteht hierzu allerdings nicht. Der Verkäufer entscheidet dies immer individuell und legt aus privatrechtlichen Maßstäben fest, ob sich der Einsatz persönlich finanziell lohnt.

Kryptowährungen sind keine gesetzlichen Zahlungsmittel… Aber was dann?

Ebenfalls häufig vermutet und dennoch falsch ist, dass Kryptowährungen zum Geltungsbereich des E-Geldes gehören. Auch dort finden sich Bitcoin und Co. nicht wieder, weshalb rund um die Kryptowährungen eine eigene Kategorie notwendig ist. Zwar legte eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2015 fest, dass Bitcoin-Umsätze unter die devisenbezogene Steuerbefreiung fallen, dies sagt allerdings nichts über den Geltungsbereich der Tokens und Währungen aus.

Die digitalen und kryptischen Währungen richtig einzuordnen, ist nach deutscher und europäischer Rechtsgrundlage daher nicht möglich. Daher werden Kryptowährungen und Token als immaterielle Wirtschaftsgüter behandelt, wenn es um die Sicht des Ertragssteuerrechts geht. Wie die Besteuerung dann jedoch konkret aussieht, liegt wiederum an der Unterscheidung zwischen der privaten und der geschäftlichen Abwicklung.

Was müssen Privatanleger steuerlich beachten?

Bei der privaten Nutzung der Währungen ist die Besteuerung der Veräußerung relevant. Dies bedeutet beispielsweise, wenn Bitcoins gegen ein offiziell anerkanntes Zahlungsmittel wie den Dollar oder den Euro getauscht werden. In diesem Fall wird die Kryptowährung Teil eines Handels, der rechtlich wiederum zu besteuern ist.

Dies gilt auch für die Nutzung der Kryptowährungen als Zahlungsmittel. Wie bereits erwähnt, gibt es diese Möglichkeit in immer mehr Geschäften, den Bitcoin gegen Dienstleistungen oder Waren einzutauschen. Auch in diesem Fall handelt es sich offiziell um einen Veräußerungstatbestand, also einfacher ausgedrückt um ein Spekulationsgeschäft.

Kryptowährungen als Spekulationsgegenstand

Wenn es um die Besteuerung geht, spielt der Zeitraum und die Art der Anschaffung eine tragende Rolle. Im Verhältnis sind daher deutlich mehr Steuern zu bezahlen, wenn der Bitcoin kurz nach dem Erwerb wieder veräußert wird. Dies gilt, wie bereits am Beispiel verdeutlicht, wenn die Tokens oder Kryptowährungen in eine anerkannte Währung oder gegen Waren und Dienstleistungen getauscht werden.

Wurde der Bitcoin allerdings bereits länger als ein Jahr gehalten, sind die Veräußerungsgewinne, also der Erlös des Verkaufs, vollkommen steuerfrei. Eine ähnliche Sperrfrist gibt es auch in der Immobilienbranche. Dort wird im Falle einer Veräußerung von Immobilien vor Ablauf von 10 Jahren eine zusätzliche Spekulationssteuer erhoben. Als eine solche Steuer lassen sich auch die anfallenden Steuern auf den Veräußerungsgewinn sehen. Eine weitere Ausnahme bilden Gewinne von weniger als 600 Euro. Diese sind im Jahr der Anschaffung noch vollkommen steuerfrei.

Doch auch in dieser Hinsicht gibt es Unterschiede, da nicht jede Anschaffung an der Börse oder auf einem offiziellen Marktplatz durchgeführt wurde. Bevor also die konkrete Steuer berechnet wird, muss geprüft werden, ob die Währungen wie Bitcoin, Dash, Litecoin oder andere Währungen überhaupt offiziell als “angeschafft” gelten. Aufgrund komplexer Einzelfallentscheidungen lassen sich derartige Informationen allerdings häufig nur mit rechtlicher Unterstützung ermitteln.

So lässt sich die Veräußerungssteuer berechnen

Sollte der erneute Verkauf nach weniger als einem Jahr stattfinden, muss der Veräußerungsgewinn für die Angabe in der Steuererklärung angegeben werden. Dieser errechnet sich aus der Differenz des erzielten Preises und den Kosten für die Anschaffung. Entstehen bei einem durchgeführten Verkauf Verluste, können diese entsprechend gegengerechnet werden. So wird die Veräußerung unter Umständen vollkommen steuerfrei.

Wenn der Verkauf in einem Bitcoin-Bündel stattfindet, stellt sich häufig die Frage der Berechnung der Kosten. In diesem Fall wird in der Regel der Wert des ersten Coins genutzt, sodass auch die weiteren Coins des Verkaufs mit diesem zusammengerechnet werden. Dies vereinfacht die Durchführung und die steuerliche Erhebung für das gesamte Veräußerungsgeschäft.

Wie viel dann wirklich zu bezahlen ist, hängt wiederum vom konkreten Einkommenssteuersatz ab. Die Gewinne der Kryptowährungen werden einfach mit den sonstigen Gewinnen verbunden, um eine gemeinsame Einkommenssteuer zu ermitteln. Diese liegt in der Regel je nach Einkommen zwischen 18 und 45 Prozent.

Wie funktioniert die gewerbliche Besteuerung von Kryptowährungen?

Im gewerblichen Kontext gelten Geschäfte mit Kryptowährungen nicht als private Veräußerungsgeschäfte. Eher befinden sich die Coins und Währungen im Betriebsvermögen, woraus sich auch keine Mindesthaltedauer entwickeln kann. Stattdessen werden die Gewinne entweder mit der Einkommenssteuer oder der Körperschaftssteuer verbunden.

In welchen Steuertopf die Geschäfte mit Kryptowährungen wirklich gehören, hängt dann wiederum von der Unternehmensform ab. Einzelunternehmer oder Personengesellschaften müssen die Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen und Coins mit Einkommenssteuer und Gewerbesteuer verbinden. Handelt es sich bei dem betreffenden Unternehmen hingegen um eine AG, eine GmbH oder ähnliches, unterliegen die Gewinne der Körperschaftssteuer und der Gewerbesteuer.

Gibt es gesonderte Steuerpflichten für das Mining?

Auch im Mining wird zwischen der privaten und der gewerblichen Nutzung unterschieden. Sollte das Mining privat betrieben werden, findet auch keine Anschaffung der Kryptowährungen statt. So entsteht auch keine Steuerpflicht auf den Verkauf, da es nicht zu einer Anschaffung kam. Dennoch kann es auch privaten Anwendern passieren, dass die Gewinn- und Transaktionshöhe zu einer gewerblichen Nutzung führt, in der wiederum jeder Verkauf als Geschäftsgewinn zu besteuern ist.

Was ist bei der Besteuerung von Hard Forks zu beachten?

Grundsätzlich funktionieren Hard Forks durch die Unterteilung einer Blockchain in 2 Blockchains. Auf diese Weise entsteht auch ein zweiter Coin. Für die Steuer spielt daher eine wichtige Rolle, ob der neue Coin erworben wurde oder ob die Unterteilung der Blockchain dann durchgeführt wurde, als der Käufer schon im Besitz des Coins war. In diesem Fall wäre der Gewinn einer späteren Veräußerung der Coins vollständig steuerfrei.

In diesem Bereich gibt es rechtlich jedoch keine vollständige Klarheit. Zwar handelt es sich bei Hard Forks dann um einen zweiten Coin, der Ursprungs-Coin wurde jedoch auch irgendwann einmal gekauft. So kann durchaus auch vertreten werden, dass die Verkaufsgewinne dem ersten Coin zugerechnet werden müssen, was wiederum zur Verpflichtung der Gewinnversteuerung führen würde.

Vergleichbare Strukturen für alle großen Währungen

Neben dem Bitcoin, der derzeit als größte Kryptowährung gilt, treffen die steuerlichen Pflichten auch auf andere Token und Währungen wie Ethereum, Ripple oder Dash zu. Auch die Gewinne des Verkaufs von Monero Coins sowie von Litecoins sind grundsätzlich zu versteuern und unterliegen den exakt gleichen Gewinngrenzen.

Eine richtige Unterscheidung zwischen der Kryptowährung und den entsprechenden Tokens gibt es allerdings nicht. Beide Formen der Anschaffung werden rechtlich gleich betrachtet und machen die erworbenen Tokens und Währungen zu einem Spekulationsobjekt. Erst nachdem der Coin mehr als ein Jahr gehalten wurde, entfällt für private Verkäufer auch die Veräußerungssteuer, sodass der gesamte Gewinn unversteuert einbehalten werden kann.

Dies macht die Währungen und Token zu einem komplexen Geflecht aus steuerlichen Details, die bereits vor dem Erwerb bekannt sein sollten. Nur so wird es möglich, die Fristen und Gewinngrenzen exakt im Blick zu behalten und sich steuerlich nicht aufs Glatteis führen zu lassen. Auf diese Weise wird eindeutig, welche rechtlichen Maßstäbe gültig sind und worauf bei der Angabe der Veräußerungsgeschäfte in der Steuererklärung zu achten ist.